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Schüler als Wahlhelfer: Demokratie lernen in Gotha

  24.02.2025

Warum sich Schüler im Kreis Gotha bei der Bundestagswahl einbringen. Und wie Lehrer Politik vermitteln.

Demokratie will gelehrt sein. Schüler und Lehrer der Gesamtschule „Herzog Ernst“ Gotha führen es beispielgebend vor. Zum vierten Mal beteiligten sich 18-jährige Gymnasiasten der Schule als Wahlhelfer an einer großen Wahl, bildeten einen eigenen Wahlvorstand, sorgten für reibungslose Abläufe. Am Sonntag zur vorgezogenen Bundestagswahl stellten die Schülerinnen und Schüler erstmals zwei Wahlvorstände, ihre Lehrer Sebastian Stephan und Lukas Glaß fungierten als die jeweiligen Wahlvorsteher.
Damit nicht genug. Es hat Podiumsrunden, Besuche des Europa-Parlaments und der Nato-Zentrale in den zurückliegenden Monaten gegeben. Auch an der Junior-Wahl, einem bundesweiten Projekt zur politischen Bildung in Schulen, nimmt „Herzog Ernst“ mit Neunt- bis Zwölftklässlern teil, die nicht für die Bundestagswahl wahlberechtigt sind. Am Montag werde deren Abstimmung mit den realen Ergebnissen verglichen, sagt Lehrer Stephan über dieses Prozedere.
Dabei ist die Gesamtschule keine Insel der Seligen. Bei den letzten Junior-Abstimmungen habe es unter den Heranwachsenden einen vergleichsweise hohen Anteil an AfD-Stimmen gegeben. Die Linkspartei habe in den zurückliegenden Wochen bei den Heranwachsenden vermehrt Zustimmung erfahren. Dazu habe deren neue Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek und deren verstärktes Auftreten in den sozialen Medien beigetragen.

Davon könnten und müssen auch die sogenannten etablierten Parteien lernen, um die Jugend nicht zu verlieren. Dazu braucht es Lehrer, die Schülern erklären, wie Demokratie funktioniert, auch an einem Wahlsonntag.
Am Montag gehen übrigens alle gymnasialen Wahlhelfer wieder zur Schule und die Großen zur Arbeit.  

Ein Kommentar von Wieland Fischer in der Thüringer Allgemeine am 22. Februar 2025

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